Verabschiedung des Haushalts 2026
Lieber Herr Bürgermeister Lindhauer,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung
liebe Mitglieder des Rates,
liebe Pressevertreter,
liebe Delbrückerinnen und Delbrücker,
„Es gilt das gesprochene Wort“
Ich beginne mit dem ältesten Delbrücker Fastnachtslied
„Der Fastnacht kehret wieder ein mit seiner Herrlichkeit.
Wer kann dabei noch ruhig sein, trotz dieser schlechten Zeit.
Der Zinsfuß, der so niedrig steht, bringt uns das Kapital drum schafft euch eine Aktie an vom schönen Karneval.“
Wir sind schon mittendrin in der Karnevalszeit aber so schön das auch wäre, hilft uns beim Haushalt die Aktie vom Karneval leider nicht.
Die Wahrheit ist: Die finanzielle Lage ist ernst.
Für 2026 stehen wir vor einem Defizit von fast zehn Millionen Euro und in den Folgejahren wird es absehbar nicht besser.
Wenn wir nicht gegensteuern, sind unsere Rücklagen Ende 2027 aufgebraucht.
Das ist kein Grund für Panik – aber ein klarer Auftrag zur Verantwortung.
Ein großer Treiber ist die Kreisumlage. Fast 40 Millionen Euro, die Delbrück abführen muss – mehr, als selbst ein Rekordjahr bei der Gewerbesteuer einbringt.
Ursächlich hierfür sind insbesondere die hohe Landschaftsumlage mit den explodierenden Kosten der Eingliederungshilfe, die der Kreis an die Kommunen weitergibt.
So kann es auf Dauer nicht funktionieren. Faire Lösungen vom Land sind notwendig, damit die Kommunen handlungsfähig bleiben.
Was tun wir? Wir schauen auch bei uns genau hin.
Die Verwaltung hat Kosten gesenkt, Ansätze überprüft und fast eine Million Euro eingespart.
Und es gibt keine zusätzlichen Stellen.
Das ist solide Politik – nicht ideologisch, sondern einfach vernünftig.
Wir brauchen auch in Delbrück weniger Regulierung und Bürokratie und dafür mehr Pragmatismus.
Gerade weil die Zeiten schwieriger werden, müssen wir klüger werden.
Deshalb ist die von der CDU beantragte und einstimmig beschlossene Digitalisierungsstrategie für Delbrück so wichtig.
Digitalisierung bedeutet nicht Technik um der Technik willen, sondern schnelle Abläufe, weniger Papier, weniger Bürokratie und mehr Service.
Ganz praktisch heißt das:
Das ist eine große Chance: Für mehr Transparenz, mehr Bürgernähe und einen Standort, der zukunftsfähig bleibt.
Digitalisierung ist kein Luxus – sie ist ein Werkzeug, um handlungsfähig zu bleiben und gleichzeitig die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu sichern.
Gerade jetzt dürfen wir nicht alles kaputtsparen.
Wir investieren in unsere Kinder und Schulen, in Sporthallen, OGS-Ausbau, sichere Schulwege.
Wir investieren in Sicherheit – Feuerwehr, Brandschutz, Infrastruktur.
Und wir investieren in alle Ortsteile.
Denn Delbrück ist nicht nur ein Ort – Delbrück sind zehn Orte, eine Stadt.
Was Delbrück wirklich stark macht, steht in keinem Haushaltsplan:
Es sind die Menschen, die anpacken – in den Vereinen, bei Festen, in der Feuerwehr, in der Jugendarbeit.
Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Stadt.
Und deshalb ist es richtig, dass wir hier nicht kürzen, sondern unterstützen.
Ein ganz wichtiger Punkt ist unsere Steuerpolitik.
Bürger, Unternehmen und Investoren können sich darauf verlassen, dass in Delbrück nicht mehr Steuern und Abgaben erhoben werden, als absolut notwendig.
Steuerstabilität ist unser roter Teppich für Investitionen.
Unsere Hebesätze liegen unter den fiktiven Landeshebesätzen – ein echter Standortvorteil, den wir nicht leichtfertig aufgeben.
Natürlich wissen wir: Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, wird die Debatte über Steuererhöhungen zum Ende 2026 intensiver werden.
Aber vorher gilt: Ausgaben prüfen, Kosten senken, Prioritäten setzen.
Eine Stadt kann sparen. Aber Sparen allein schafft kein Wachstum.
Darum setzen wir klar auf aktive Wirtschaftsförderung:
Schnelle Prozesse, verlässliche Flächenpolitik, Neuansiedlung statt Abwanderung.
Mit 4,13 Millionen Euro Vorleistung für Gewerbeflächen gehen wir bewusst ins Risiko – weil wir an Delbrücks Zukunft glauben.
Und genauso wichtig ist der Einzelhandel:
In unserer Innenstadt sind die Parkplätze kostenlos und nah, bzw. sogar direkt vor den Geschäften.
Das ist eine Einladung an alle Kunden in unsere Innenstadt. In Delbrück gibt es keine langen Wegen vom Parkplatz bis zu den Geschäften und das Einkaufen kostet auch keinen Eintritt (in Form von Parkgebühren) wie anderorts üblich.
Wir unterstützen die innerstädtische Entwicklung und wollen neue Anziehungspunkte schaffen, damit Kaufkraft in Delbrück bleibt und auch Menschen von außerhalb gern zu uns kommen. So wie beim Marktkauf Kosche, wünschen wir uns das immer, lösungsorientiert und schnell mit großem Mehrwert für alle - ein Delbrück-Turbo!
Ich bin mir sicher, dass der Delbrücker Weg gemeinsam mit DEMAG, städtischer Wirtschaftsförderung und politischer Unterstützung erfolgreich sein wird.
Wir haben jetzt mit einem neuen Bürgermeister eine große Chance und gerade deshalb richten sich unsere Erwartungen auch klar an Johannes Lindhauer :
Wir erwarten, dass er sich 2026 gemeinsam mit den tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt und mit der Politik daranmacht, alle Ausgaben und Einnahmen, alle notwendigen Aufgaben und Prozesse ehrlich zu prüfen und neu zu bewerten.
Nicht, um Delbrück kleinzurechnen – sondern um Delbrück stark zu machen.
Damit wir Prioritäten richtig setzen und dem Jahr 2030 mit mehr Zuversicht entgegenblicken können.
Ein Haushalt ist mehr als Zahlen. Er zeigt, wie es unserer Stadt geht – und wohin wir gemeinsam wollen.
Delbrück steht vor Herausforderungen. Aber Delbrück hat Stärke: Die zweitgrößte Stadt im Hochstift Paderborn hat:
Engagierte Bürger, starke Unternehmen, lebendige Ortsteile und ein Ehrenamt, das diese Stadt trägt.
Wir als CDU gehen diesen Weg mit Realismus, Verantwortung und gesundem Menschenverstand.
Damit Delbrück auch morgen eine Stadt bleibt, in der man gerne lebt, arbeitet und zuhause ist.
Vielen Dank.